Ratgeber · Deutschland
Skonto anbieten: wie rechnet man richtig?
Kurz gesagt
Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung: „3 % Skonto bei Zahlung binnen 7 Tagen“ heißt, der Kunde darf 3 % vom Rechnungsbetrag abziehen, wenn das Geld innerhalb der Frist bei Dir ist. Die Rechnung: Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz. Bei 14.280 € brutto und 3 % sind das 428,40 € – der Kunde zahlt 13.851,60 €. Wichtig: Skonto gilt nur, wenn Du es anbietest. Zieht ein Kunde ohne Vereinbarung ab, darfst Du die Differenz nachfordern.
Die Skonto-Formel – und wovon Du rechnest
Gerechnet wird üblicherweise vom Bruttobetrag der Rechnung, also inklusive Umsatzsteuer: Skontobetrag = Bruttobetrag × Skontosatz, Zahlbetrag = Bruttobetrag − Skontobetrag. Üblich sind im Handwerk 2 bis 3 % bei Zahlung binnen 7 bis 14 Tagen, kombiniert mit einem normalen Zahlungsziel von 30 Tagen. Schreib beides klar dazu, sonst gibt es Diskussionen darüber, ab wann die Frist läuft – am sichersten ist ein konkretes Datum.

Rechenbeispiel: Badsanierung mit 3 % Skonto
Deine Schlussrechnung lautet auf 12.000 € netto plus 19 % Umsatzsteuer, also 14.280 € brutto, zahlbar binnen 30 Tagen. Du bietest an: „Bei Zahlung binnen 7 Tagen 3 % Skonto.“ Zahlt der Kunde in der Frist, zieht er 428,40 € ab und überweist 13.851,60 €. Für die Umsatzsteuer ist das eine Entgeltminderung: Die Bemessungsgrundlage sinkt von 12.000 € auf 11.640 €, die Umsatzsteuer von 2.280 € auf 2.211,60 €. Diese Korrektur nimmst Du in der Umsatzsteuervoranmeldung des Zeitraums vor, in dem der Kunde das Skonto tatsächlich gezogen hat – die Rechnung selbst musst Du dafür nicht neu ausstellen.
Was Dich Skonto wirklich kostet
3 % klingen harmlos, sind aber teuer erkauft: Der Kunde zahlt statt in 30 Tagen in 7 – Du kaufst Dir also 23 Tage früheres Geld für 3 % des Rechnungsbetrags. Aufs Jahr hochgerechnet entspricht das grob 3 % × 365 ÷ 23 ≈ 47 % – mehr als jeder Kontokorrentkredit. Skonto lohnt sich deshalb vor allem, wenn Deine Liquidität knapp ist, Du Material vorfinanzierst oder Du notorische Spätzahler zu schnellem Zahlen erziehen willst. Wer entspannt auf sein Geld warten kann, fährt mit 2 % oder ganz ohne Skonto besser. Die Alternative ist übrigens oft wirksamer und billiger: einfach ein kürzeres Zahlungsziel setzen. „Zahlbar binnen 14 Tagen“ kostet Dich nichts – Skonto kostet Dich echte Marge.
So formulierst Du Skonto in Angebot und Rechnung
Eine saubere Klausel nennt Zahlungsziel, Skontofrist und Satz in einem Satz: „Zahlbar binnen 30 Tagen netto Kassa; bei Zahlung bis 14.07.2026 gewähren wir 3 % Skonto.“ Kündige das Skonto am besten schon im Angebot an – es ist ein Verkaufsargument und der Kunde kalkuliert von Anfang an mit dem niedrigeren Betrag. Und rechne den Nachlass in Deine Preise ein: Wer mit 82 € Stundensatz kalkuliert und 3 % Skonto gibt, arbeitet effektiv um rund 2,50 € pro Stunde billiger.
Skonto als Kleinunternehmer
Bist Du Kleinunternehmer nach § 19 UStG, wird die Sache einfacher: Du weist keine Umsatzsteuer aus, also gibt es auch nichts zu korrigieren – das Skonto mindert schlicht Deinen Erlös. Bei 4.800 € Rechnungsbetrag und 2 % Skonto zahlt der Kunde 4.704 €, fertig. Umso wichtiger ist bei kleinen Beträgen die Frage, ob sich der Nachlass überhaupt lohnt: 96 € sind schnell hergeschenkt, wenn der Kunde ohnehin pünktlich gezahlt hätte. Setz Skonto als Kleinunternehmer deshalb gezielt bei größeren Rechnungen ein, nicht pauschal auf jeder.
Was heißt das für Deinen Betrieb?
Skonto ist ein Werkzeug, kein Muss: bewusst einsetzen, sauber ausrechnen, klar formulieren – und unberechtigte Abzüge freundlich, aber konsequent nachfordern. Damit die Kalkulation stimmt, prüf zuerst Deinen Stundensatz mit dem kostenlosen Stundensatz-Rechner auf angebot.pro. Und das Angebot samt Zahlungsbedingungen musst Du nicht tippen: Sprich den Auftrag ein, angebot.pro macht in rund drei Minuten ein fertiges Angebots-PDF daraus.
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Fragen & Antworten
Weitere Fragen dazu
Wie berechne ich Skonto richtig?
Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz. Bei 14.280 € brutto und 3 % Skonto zieht der Kunde 428,40 € ab und zahlt 13.851,60 €. Gerechnet wird üblicherweise vom Bruttobetrag, sofern nichts anderes vereinbart ist.
Wird Skonto vom Netto- oder Bruttobetrag gerechnet?
Üblich ist der Abzug vom Bruttobetrag. Steuerlich mindert das Skonto anteilig Entgelt und Umsatzsteuer: Bei 3 % auf 14.280 € brutto sinkt das Entgelt um 360 € und die Umsatzsteuer um 68,40 €.
Darf der Kunde Skonto abziehen, obwohl keines vereinbart ist?
Nein. Skonto ist eine freiwillige Vereinbarung. Zieht der Kunde ohne Grundlage ab oder zahlt er nach Ablauf der Skontofrist mit Abzug, darfst Du den Differenzbetrag nachfordern.
Muss ich bei gezogenem Skonto die Umsatzsteuer korrigieren?
Ja. Das Skonto ist eine Entgeltminderung: Bemessungsgrundlage und Umsatzsteuer sinken entsprechend. Die Korrektur erfolgt in der Umsatzsteuervoranmeldung des Zeitraums, in dem der Kunde das Skonto in Anspruch genommen hat.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick zur deutschen Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Deinen konkreten Fall wende Dich bitte an Deine Rechtsvertretung oder die zuständige Stelle der IHK/HWK.