# Stundensatz kalkulieren als Handwerker (DE) | angebot.pro

> Stundensatz kalkulieren in Deutschland: die Formel aus Jahreskosten, verrechenbaren Stunden und Gewinn – mit Rechenbeispiel, warum 60 € oft zu wenig sind.

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Ratgeber · Deutschland

# Stundensatz kalkulieren als Handwerker

Kurz gesagt

Dein Stundensatz = (Jahreskosten + Gewinn) ÷ verrechenbare Stunden. Der häufigste Fehler steckt im Nenner: Von rund 1.760 Arbeitsstunden im Jahr kannst Du nur etwa 60 bis 75 % tatsächlich verrechnen – der Rest geht für Fahrten, Angebote, Büro und Ausfälle drauf. Wer seine echten Kosten durch 1.150 bis 1.300 verrechenbare Stunden teilt, landet als Ein-Mann-Betrieb in Deutschland schnell bei 75 bis 95 € netto pro Stunde – nicht bei den 50 bis 60 €, die aus dem Bauchgefühl kommen.

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## Die Formel – und warum das Bauchgefühl fast immer zu billig ist

Stundensatz = (Jahreskosten + gewünschter Gewinn) ÷ verrechenbare Stunden. Klingt banal, wird aber selten gerechnet: Viele Betriebe orientieren sich am Mitbewerber oder an dem, „was man halt so verlangt“. Das Problem: Der Mitbewerber hat vielleicht auch nie gerechnet. Wer seinen Satz nicht aus den eigenen Zahlen ableitet, subventioniert seine Kunden – und merkt es erst am Jahresende, wenn trotz voller Auftragsbücher nichts übrig bleibt.

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## Schritt 1: alle Jahreskosten sammeln

In die Kalkulation gehört alles, was Dein Betrieb im Jahr kostet – nicht nur das, was monatlich vom Konto geht:

-   Dein Unternehmerlohn brutto – inklusive Krankenversicherung, Rentenversicherung und einer Reserve für die Einkommensteuer.
-   Fahrzeug: Leasing oder Abschreibung, Treibstoff, Versicherung, Service.
-   Werkstatt oder Lager: Miete, Strom, Heizung.
-   Werkzeug und Maschinen: Ersatz und Neuanschaffung als Jahresbudget.
-   Versicherungen, Büro, Software, Telefon, Steuerberatung.
-   Rücklagen für Krankheit, Reparaturen und schlechte Monate.

## Schritt 2: die verrechenbaren Stunden realistisch ansetzen

Ein Jahr hat rund 220 Arbeitstage, wenn Du Urlaub, Feiertage und ein paar Krankheitstage abziehst – also etwa 1.760 Stunden. Davon kannst Du aber nur einen Teil verrechnen: Fahrzeiten, Aufmaße, Angebote schreiben, Materialbesorgung, Buchhaltung und Leerlauf fressen je nach Gewerk 25 bis 40 %. Realistisch sind 1.150 bis 1.300 verrechenbare Stunden. Wer mit 1.760 rechnet, kalkuliert seinen Satz um ein Drittel zu niedrig – das ist der teuerste Rechenfehler im Handwerk.

## Beispiel: Ein-Mann-Betrieb, ehrlich durchgerechnet

Unternehmerlohn inklusive Sozialversicherung und Steuerreserve: 60.000 €. Betriebskosten: Bus 9.000 €, Werkstatt 6.000 €, Versicherungen 3.000 €, Werkzeug 4.000 €, Büro, Software und Steuerberatung 6.000 € – zusammen 28.000 €. Dazu 10.000 € Gewinn und Rücklage. Macht 98.000 €, geteilt durch 1.200 verrechenbare Stunden: 81,67 €, gerundet 82 € netto pro Stunde. Wer denselben Betrieb um 60 € anbietet, dem fehlen 22 € pro Stunde – bei 1.200 Stunden über 26.000 € im Jahr. Genau die Summe, die am Jahresende „irgendwie fehlt“. Mit Mitarbeitern rechnest Du genauso, nur pro Kopf: Zum Bruttolohn kommen die Lohnnebenkosten – in Deutschland typischerweise rund 20–22 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung – plus der Anteil an Fahrzeug, Werkzeug und Verwaltung. Ein Geselle mit 3.200 € brutto kostet Dich real rund 45.000–50.000 € im Jahr; auch dieser Betrag muss durch seine verrechenbaren Stunden geteilt werden, nicht durch seine Anwesenheitszeit.

## Vom Stundensatz zum Angebotspreis

Der kalkulierte Satz ist Deine Untergrenze, nicht automatisch Dein Marktpreis: Liegt der übliche Satz in Deiner Region darüber, verlangst Du den Marktpreis – nicht Deine Kosten. Dazu kommen Zuschläge, die eigene Positionen verdienen: Notdienst, Nacht- und Wochenendarbeit, besondere Erschwernis. Und beim Material gilt: nicht zum Einkaufspreis durchreichen. Ein Aufschlag von 10 bis 20 % deckt Beschaffung, Lager, Schwund und Dein Gewährleistungsrisiko ab. Wer Material „ehrlich“ zum Netto-Einkauf weitergibt, subventioniert den Baumarktpreis des Kunden mit unbezahlter Arbeitszeit.

## Was heißt das für Deinen Betrieb?

Rechne Deinen Satz einmal ehrlich durch und dann jedes Jahr neu, wenn Löhne, Sprit und Material steigen – der kostenlose Stundensatz-Rechner auf angebot.pro macht das in zwei Minuten. Und steht der Satz, muss er in jedes Angebot: Sprich den Auftrag einfach ein, angebot.pro kalkuliert die Positionen mit Deinem hinterlegten Stundensatz und liefert das fertige Angebots-PDF in rund drei Minuten.

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Fragen & Antworten

## Weitere Fragen dazu

### Wie hoch ist ein üblicher Handwerker-Stundensatz in Deutschland?

Je nach Gewerk und Region meist zwischen 65 und 95 € netto pro Stunde; spezialisierte Gewerke liegen darüber. Entscheidend ist aber nicht der Marktdurchschnitt, sondern Deine eigene Kostenrechnung.

### Warum darf ich nicht mit allen Arbeitsstunden rechnen?

Weil Du Fahrzeiten, Angebote, Aufmaße und Büroarbeit nicht verrechnen kannst. Von rund 1.760 Jahresstunden bleiben real nur 1.150 bis 1.300 verrechenbare – nur die dürfen in den Nenner der Kalkulation.

### Kalkuliere ich den Stundensatz netto oder brutto?

Kalkuliert wird netto, also ohne Umsatzsteuer. Im Angebot an Privatkunden weist Du zusätzlich den Bruttopreis mit 19 % Umsatzsteuer aus, damit der Endpreis klar ist.

### Wie oft sollte ich meinen Stundensatz neu berechnen?

Mindestens einmal jährlich – und zusätzlich, wenn sich große Posten ändern: Lohnabschlüsse, Sprit- und Materialpreise, neue Fahrzeuge oder Maschinen. Ein veralteter Stundensatz wirkt wie ein versteckter Dauerrabatt.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick zur deutschen Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Deinen konkreten Fall wende Dich bitte an Deine Rechtsvertretung oder die zuständige Stelle der IHK/HWK.

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