# Angebot schreiben als Tischler: Anleitung für Österreich | angebot.pro

> Als Tischler ein Angebot schreiben: Anleitung mit Aufmaß, Materialkalkulation für Maßmöbel, Pflichtangaben und der Rechtslage in Österreich (§ 1170a ABGB, Maßanfertigung).

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Angebot schreiben als Tischler · Österreich

# Angebot schreiben als Tischler – die Anleitung für Österreich

Ein Tischler-Angebot muss Maßarbeit, Material und Montage so abbilden, dass am Ende kein Handgriff unbezahlt bleibt. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Du Aufmaß nimmst, Platten und Beschläge kalkulierst und Dein Angebot rechtssicher für Österreich aufsetzt – von der Anzahlung bis zum verbindlichen oder unverbindlichen Kostenvoranschlag.

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![Tischler hobelt eine Eichenplatte in der Werkstatt](https://angebot.pro/bilder/pseo/tischler.webp)

Anleitung

## Schritt für Schritt zum Angebot

1

### Aufmaß nehmen und Toleranzen festhalten

Miss vor Ort genau und notiere Wandtoleranzen, Schrägen und Anschlüsse. Bei Maßmöbeln entscheidet das Aufmaß über Passgenauigkeit und Materialbedarf – ein Zentimeter zu knapp kostet später eine ganze Platte.

2

### Material mit Verschnitt kalkulieren

Rechne Platten, Massivholz, Kanten und Beschläge nach realem Bedarf plus Verschnitt (bei Plattenware oft rund 10–15 %, bei Massivholz und Furnier mehr). Halt die Materialgüte fest, die Du dem Preis zugrunde legst.

3

### Arbeit in Werkstatt und Montage trennen

Kalkuliere Konstruktion und Fertigung in der Werkstatt getrennt von Anlieferung und Montage vor Ort. Setze Deinen Stundensatz (in AT üblich rund 60–85 € netto/h) je Arbeitsschritt an.

4

### Oberfläche, Beschläge und Sonderwünsche ausweisen

Lackieren, Ölen, Furnieren sowie hochwertige Beschläge oder Beleuchtung gehören als eigene Positionen ins Angebot. So sieht der Kunde, was Aufpreis kostet, und Du vergisst nichts.

5

### Anzahlung, Preise und Bindungsfrist ergänzen

Vereinbare bei individueller Anfertigung eine Anzahlung, weil das Möbel für keinen anderen Kunden brauchbar ist. Weis Netto, Umsatzsteuer (20 %) oder Kleinunternehmer-Hinweis, Gesamtpreis und eine Bindungsfrist (üblich zwei bis vier Wochen) aus.

6

### Prüfen und sauber versenden

Kontrolliere Maße, Summen, Kundendaten und Pflichtangaben, dann verschick das Angebot als PDF. Ein sauberes Dokument mit klaren Positionen wird schneller angenommen.

Rechtslage · Österreich

## Angebot & Kostenvoranschlag: die Rechtslage in Österreich

### Angebot oder Kostenvoranschlag – was ist der Unterschied?

Ein Angebot ist rechtlich ein verbindlicher Antrag auf einen Vertrag: Nimmt der Kunde an, kommt der Vertrag zu genau diesen Bedingungen zustande. Ein Kostenvoranschlag ist dagegen eine sachverständige Schätzung der voraussichtlichen Kosten.

-   Angebot: verbindlicher Antrag – mit der Annahme steht der Vertrag zu genau diesen Bedingungen.
-   Kostenvoranschlag: eine sachverständige Schätzung der voraussichtlichen Kosten, die Spielraum lässt.
-   Im Handwerk verschwimmen die Begriffe oft – rechtlich zählt, was Du zusagst: ein als verbindlich bezeichneter Preis bindet Dich, eine bloße Schätzung nicht.
-   Schreib deshalb klar dazu, ob Dein Preis fix gilt oder ein unverbindlicher Kostenvoranschlag ist.

### Kostenvoranschlag: verbindlich oder unverbindlich (§ 1170a ABGB)

§ 1170a ABGB unterscheidet zwei Fälle – je nachdem, ob Du ausdrücklich die Gewähr für die Richtigkeit übernimmst.

-   Verbindlicher Kostenvoranschlag (Gewähr übernommen): Der Preis gilt – auch bei Mehraufwand darfst Du keine Erhöhung verlangen.
-   Unverbindlicher Kostenvoranschlag (keine Gewähr): Eine beträchtliche, unvermeidliche Überschreitung musst Du dem Kunden unverzüglich anzeigen – unterlässt Du die Anzeige, verlierst Du den Anspruch auf die Mehrkosten; der Kunde darf dann gegen angemessene Entschädigung vom Vertrag zurücktreten.
-   Beträchtlich ist laut Rechtsprechung eine Überschreitung ab etwa zehn bis fünfzehn Prozent – eine feste Prozentgrenze nennt das Gesetz nicht.
-   Privatkunden: Die Richtigkeit gilt im Zweifel als gewährleistet (§ 5 Abs. 2 KSchG) – ohne klaren „ohne Gewähr“-Vermerk ist Dein Kostenvoranschlag dort also verbindlich.
-   Zwischen Unternehmern (B2B) gilt er im Zweifel als unverbindlich; unentgeltlich ist er – sofern nichts anderes vereinbart ist – in beiden Fällen.

### Wie lange bist Du an Dein Angebot gebunden?

Nach § 862 ABGB bist Du an Dein Angebot gebunden, solange die Annahmefrist läuft.

-   Setzt Du selbst eine Frist („Dieses Angebot ist gültig bis …“), gilt genau diese.
-   Ohne ausdrückliche Frist musst Du bei Abwesenden so lange warten, wie der Kunde für Zugang, Überlegung und Rückantwort üblicherweise braucht.
-   Bei Handwerksangeboten sind zwei bis vier Wochen praxisüblich.
-   Eine klar gesetzte Bindungsfrist schützt Dich vor schwankenden Material- und Lohnkosten: Läuft sie ab, bist Du nicht mehr gebunden.

### Maßmöbel: kein Rücktrittsrecht, Anzahlung sinnvoll

Fertigst Du Möbel nach Maß und Kundenwunsch, handelt es sich um eine individuell angefertigte Ware. Bei Geschäften außerhalb Deiner Geschäftsräume oder im Fernabsatz steht dem Verbraucher für solche maßgefertigten Sachen nach dem FAGG kein 14-tägiges Rücktrittsrecht zu (§ 18 FAGG) – anders als bei Standardware. Weil das Stück für keinen anderen Kunden verwertbar ist, ist eine angemessene Anzahlung üblich und sinnvoll; halte Höhe und Fälligkeit im Angebot fest. Formuliere den Ausschluss des Rücktrittsrechts sachlich und verständlich, damit der Kunde weiß, worauf er sich einlässt. Das ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Oder hör auf zu tippen: sprich den Auftrag ein, angebot.pro schreibt das Angebot.

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Aus der Praxis

## Diese Fehler kosten Dich Geld

-   Ungenau aufmessen und bei Maßmöbeln Material oder Passgenauigkeit verlieren.
-   Verschnitt bei Platten, Furnier und Massivholz zu knapp ansetzen.
-   Werkstattarbeit und Montage in einen Preis werfen – der Kunde sieht den Aufwand nicht.
-   Ohne Anzahlung liefern, obwohl das Möbel für niemand anderen brauchbar ist.
-   Keinen Hinweis, ob der Preis fix oder ein unverbindlicher Kostenvoranschlag ist.

Fragen & Antworten

## Häufige Fragen: Angebot schreiben als Tischler

### Wie schreibe ich als Tischler ein Angebot?

Nimm ein genaues Aufmaß, kalkuliere Material mit Verschnitt, trenne Werkstattarbeit und Montage, weise Oberfläche und Beschläge als eigene Positionen aus und ergänze Anzahlung, Pflichtangaben, Umsatzsteuer und eine Bindungsfrist, bevor Du als PDF versendest. Mit angebot.pro sprichst Du das Projekt einfach ein und bekommst das Angebot in Minuten.

### Was kostet ein Angebot vom Tischler?

Für den Kunden sollte das Angebot kostenlos sein – ein Kostenvoranschlag gilt im Zweifel als unentgeltlich. Nur wenn Aufmaß und Planung vor Ort echten Aufwand bedeuten, kannst Du dafür vorab ausdrücklich ein Entgelt vereinbaren, das Du bei Auftrag oft gutschreibst.

### Darf ich eine Anzahlung verlangen?

Ja. Gerade bei Maßanfertigungen ist eine Anzahlung üblich, weil das Möbel für keinen anderen Kunden verwertbar ist. Vereinbare Höhe und Zeitpunkt klar im Angebot – dann ist die Zahlung für beide Seiten nachvollziehbar.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick zur österreichischen Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Deinen konkreten Fall wende Dich bitte an Deine Rechtsvertretung oder die zuständige Stelle der WKO.

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